HELLOOOO

( Gewinner )

“choose, look, obey”
Cem Kozcuer

“Über 53 Minuten erstreckt sich eine Meditation, die der Frage nachgeht, an welchem Punkt man es schafft, dass etwas wert ist, angeschaut zu werden? Der/die BetrachterIn trainiert das eigene Auge wie einen Muskel an den makellosen Bildern, die Kozcuer präzise arrangiert. Die Faszination mit den Objekten in ihrer beinahe Heideggerianischen Dinglichkeit, mit Struktur, Haptik, Klang, Raster, Tempo, Fokus etc. wird bis ins Hypnotisch-Obsessive strapaziert, dann aber slapstickhaft gebrochen” — aus dem Statement der Jury

 

 

“The Royal Lion Hunt (Iraqi Embassy Berlin-Pankow)”
Sophie-Therese Trenka-Dalton

“In der ehemaligen Botschaft des Irak in Ostberlin liegt heute Müll auf dem Boden und Graffiti bedeckt die Wände, aber die Reproduktion der königlichen Löwenjagd aus Assyrien gehört dort eigentlich nicht hin. Dieses Relief ist eines der großen Werke der Menschheit, das als Folge des Kolonialismus nicht mehr an seinem ursprünglichen Ort zu sehen ist. Auf Trenka-Daltons Foto ist die Löwenjagd als Intervention im Raum zu sehen. Dass die resultierende Abbildung schwarz-weiß ist, ebnet das Gefälle der verschiedenen Realitäten ein. Trenka-Daltons Arbeit überzeugt, da sie auf einfachem Wege komplexe historische Fragen aufwirft. Der Betrachter wird Teil eines historisch illusionistischen Raums, an dem er zugleich auch als politisches Subjekt teilhat.” — aus dem Statement der Jury

 

 

“Hand-Faust-Grenze”
Jens Nippert

“Tatsächlich berührt die abstrakte Form der Skulptur mehr, als dass man sie versteht. Durch die Wahl der Materialen können Bezüge zu traditionellen Bauweisen wie Lehm- oder Fachwerkbau hergestellt werden – die Form selbst bleibt aber rätselhaft. Die im Titel zitierten menschlichen Gliedmaßen werden anatomisch aufgelöst und stattdessen als skulpturale Funktion gedacht. Ohne formal anthropomorphe Züge zu haben, erinnert die Arbeit unterschwellig an eine menschliche Gestalt. Durch ihre außergewöhnliche Präsenz kommt sie dem/der BetrachterIn seltsam vertraut, fast verwandt vor.” — aus dem Statement der Jury